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Modul 2 – Klima und Nachhaltigkeit - verstehen und handeln

Geschätzte Dauer: 1.5 Stunden
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Einführung

Vier junge Frauen, die im Park auf dem Gras sitzen und gemeinsam mit einem Laptop und Unterlagen lernen.

Dieses Modul heißt „Wissen“, weil Wissen und Werte eng miteinander verbunden sind. Vor nur 50 Jahren dachten die Menschen kaum darüber nach, welche Auswirkungen ihr Verhalten auf das Klima haben könnte. Da heute unsere Aufmerksamkeit ständig auf die Ursachen und Folgen der Klimakrise gelenkt wird, sieht die Situation ganz anders aus. Viele Menschen – insbesondere junge Menschen, wie wir in Modul 1 gesehen haben – finden Nachhaltigkeit wichtig. So beeinflusst das Thema nicht nur ihr Konsumverhalten, sondern auch wichtige Lebensentscheidungen wie Berufswahl.

Wissen über die Klimakrise hat einige Besonderheiten. Einerseits ändern sich Informationen schnell, sodass bestehendes Wissen regelmäßig aktualisiert werden muss. Andererseits kann das Eintauchen in Fakten und Zahlen zur Klimakrise auch sehr deprimierend sein. Daher ist es wichtig, ein gutes Gleichgewicht zwischen Neugier und Interesse an (oft unangenehmen oder bedrohlichen) Phänomenen und Selbstfürsorge zu finden. Denn nur dann ist es möglich, genug Hoffnung, Kraft und Wissen aufzubauen, um aktiv für den Schutz des Planeten und Klimagerechtigkeit einzutreten.

Als Jugendbetreuer benötigen Sie Wissen über die Klimakrise, wenn Sie das Thema mit jungen Menschen ansprechen und sie beraten möchten, wie sie für positive Veränderungen handeln können. Ziel dieses Moduls ist es, dabei Unterstützung zu bieten.

Das Modul behandelt folgende Themen:

  • Nachhaltigkeit und Ressourcenausbeutung
  • Klimakrise und Klimagerechtigkeit
  • Historische Wurzeln der Klimakrise und perpetuierende Faktoren: Industrielle Revolution, Kapitalismus, Kolonialismus & Rassismus
  • Aktuelle Herausforderungen und einige wichtige Fakten
  • Auf dem Weg zur Veränderung

Stationen der Lernreise

Nachhaltigkeit und Ressourcennutzung

 
Abbildung SEQ Abbildung \* ARABIC 1 - Country Overshoot Days 2024


Der Begriff Nachhaltigkeit ist nicht neu. Seine Verwendung ist bereits 1713 in der deutschen Forstwirtschaft dokumentiert, um zu behaupten, dass nicht mehr Holz gefällt werden sollte, als nachwachsen kann. In den letzten Jahren hat der Begriff einen Boom erlebt. Angesichts einer eskalierenden Klimakrise werden die Stimmen, die verlangen menschliche Aktivitäten mit der Natur in Einklang zu bringen, immer lauter. Es gibt kein einheitliches Verständnis von Nachhaltigkeit. Allerdings betonen die meisten Definitionen, dass die verfügbaren Ressourcen des Planeten nur so weit ausgebeutet werden sollten, dass alle Menschen, unabhängig davon, wo sie derzeit auf der Welt leben, sowie zukünftige Generationen, ein gutes Leben führen können.

Die unsere aktuellen Handlungen sind jedoch alles andere als nachhaltig, da die Ressourcen des Planeten derzeit übernutzt werden. Im Jahr 2024 waren alle natürlichen Ressourcen der Erde, die innerhalb eines Jahres erneuerbar sind, bereits am ersten August aufgebraucht. Dieser Tag ist als Earth Overshoot Day bekannt.

Diagramm 1 zeigt, dass verschiedene Länder natürliche Ressourcen unterschiedlich schnell ausbeuten. Während die Länder des sogenannten Globalen Nordens ihre länderspezifischen Erschöpfungstage fast vollständig in der ersten Jahreshälfte hatten, lagen die meisten der Länder im Globalen Süden in der zweiten Jahreshälfte. Die meisten Länder im Globalen Norden tragen erheblich mehr zur globalen Überlastung bei, als der Globale Süden. Diese Diskrepanz ist ein Hauptthema der Klimagerechtigkeitsbewegungs.

Globaler Norden & Globaler Süden

Die Ausdrücke 'Globaler Norden' und 'Globaler Süden' sind Konzepte „zur geopolitischen Kategorisierung von Ländern in der Welt.“ Sie beschreiben „Beziehungen und Ungleichheiten“ und nicht „geografische Lokalisationen … Ein Land im sogenannten Globalen Süden kann sich daher auch im Norden des Globus befinden. … Länder des sogenannten Globalen Südens werden allgemein als Länder betrachtet, die im sozialen, wirtschaftlichen und politischen Kontext im Vergleich zu“ Ländern des Globalen Nordens benachteiligt sind. Obwohl die Konzepte weniger vereinfacht oder wertend sein sollen als die früheren Konzepte von Erster und Dritter Welt, werden sie ähnlich kritisiert, weil sie die Welt in zwei „Blöcke“ darstellen. Mangels geeigneter Alternativen verwenden wir sie in diesem Modul.

Weltliche Erschöpfung seit 1970

Im Jahr 1970 reichte ein „Planet“, um die Konsumbedürfnisse der Menschen zu decken. Alle konsumierten Ressourcen reproduzierten sich innerhalb eines Jahres. Heute würden 1,7 Planeten benötigt.

Referenzen